Öffentlichkeit / Anonymität
Schon der Verdacht, pädophil zu sein zerstört das Leben der Betroffenen.


Weitgehend unabhängig von der Frage, ob der Verdacht zutrifft, verliert man ggf. die Familie, Freunde, Bekannte und die Arbeit. Seine gesamte Existenz.

 

Für Pädophile bedeutet das sich nicht outen zu können. Lediglich in der Anonymität des Internets gibt es Kontaktmöglichkeiten. Diese virtuellen Kontakte können reale Kontakte nicht ersetzen.

 

Das Problem, sich mit anderen Menschen in derselben Lage auszutauschen, entsteht vor allem aus der Tatsache, dass ein Anfangsverdacht ausreicht, um eine Hausdurchsuchung und damit einen schwerwiegenden Eingriff in die Persönlichkeitsrechte zu rechtfertigen. Der Anfangsverdacht begründet sich im Zweifel schon mit der Annahme der Pädophilie. Ausgelöst werden kann dieser also schon, wenn man über die IP Adresse als Chatteilnehmer ermittelt wird. Die Üerblastung der Richter führt dazu, das die Anträge oft ungeprüft genehmigt werden. Die HD selber kann zu einem Zwangsouting werden. So werden auch schon mal Nachbarn als Zeugen von der Polizei dazugebeten.

 

Üblicherweise wird in Chaträumen vor der Weitergabe von persönlichen Informationen, die zu einer Identifizierung beitragen könnten, gewarnt. So sollte man bspw. nicht seinen Wohnort nennen oder den Beruf. Auch vor realen Verabredungen wird gewarnt. Aus diesem Grund gibt es nur wenig persönliche Kontakte und keine realen Selbsthilfegruppen. Gerade diese wären aber von Nöten um ein gesundes Selbstbild zu entwickeln.

 

Keiner will in den Fokus der Behörden geraten. Oder Gefahr laufen sich mit einem Anti zu verabreden. Menschen die ihren „Fang“ den Behörden ausliefern oder ihren Hass durch Gewalt ausleben. Man sich also der Körperverletzung oder Schlimmerem aussetzt. Treffen in der analogen Welt sind damit fast ausgeschlossen oder mindestens hoch risikobehaftet.

Im Ergebnis eine Aufspaltung der Persönlichkeit. Eine nach außen wahrnehmbare, von der Gesellschaft geachtete und eine verborgene, einsame, die nur geheim existieren darf weil sie die Erste bedroht. Der mögliche Verlust der gesellschaftlichen Existenz ist allgegenwärtig. Die, die echte Kontakte haben, können berichten, wie bereichernd und stabilisierend diese sind. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen: Es lohnt den Aufwand.

 

Vollkommen fassungslos macht der Umgang des Staates und der Medien mit selbsternannten Pedojägern. Menschen, die das „Recht“ in die eigene Hand nehmen und Selbstjustiz verüben. Weil die Politik ja „nichts macht“. Wobei es einer ausgeprägten Verdrängung bedarf um diese Behauptung aufzustellen. Ständige Verschärfungen und das überbordende Erfinden neuer Straftatbestände sprechen eine andere Sprache. Während auf der eine Seite grund- und hemmungslos gegen Menschen vorgegangen wird, wird auf der anderen Seite nichts unternommen. Halbherzige Hinweise der Polizei auf das unrechtmäßige Verhalten werden praktisch immer begleitet von Verständnis für diese Täter, die Menschen krankenausreif schlagen und auch mal töten. Es wird höchstens beklagt, dass die Laienermittler eigene Ermittlungen erschweren. Damit werden Pädophile zum Freiwild. Das AGG, das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, nimmt Pädophile ausdrücklich vom Schutz aus. Das sendet ein Signal in die Gesellschaft. Menschen, die nichts verbrochen haben, außer zu sein, was sie sind, werden schutzlos dem Mob ausgeliefert. Dürfen in jeder Form diskriminiert werden. Der deutsche Staat beteiligt sich offensiv an der Ausgrenzung und Entrechtung einer Minderheit. Damit verstößt Deutschland gegen Menschenrechte und gegen die eigene Verfassung.

 

 

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